Inhalt
Ein Freiwilligendienst muss nicht völlig reibungslos verlaufen. Aber wenn Konflikte ungelöst vor sich hin schwelen, Zeit und Energie rauben und sogar drohen, zur Krise auszuwachsen, dann braucht es externe Unterstützung. Je früher etwa bei Schwierigkeiten zwischen Freiwilligen und Einsatzstelle der Träger beteiligt wird oder je früher bei Stress in einer Seminargruppe konstruktiv interveniert wird, umso leichter können gute Lösungen gefunden werden. Manchmal scheint es dennoch, als komme jede Hilfe zu spät. Geht da noch was? Für den weiteren Verlauf sind Haltung und Verhalten der Fachkräfte entscheidend.
In dieser Fortbildung geht es darum zu üben, mit Konfliktbeteiligten in Kontakt zu kommen – auch bei erhitzter oder frostiger Stimmung, verletzenden Äußerungen oder betretenem Schweigen. Worum geht es den Parteien wirklich? Welche guten Gründe liegen ihrem problematischen Verhalten zugrunde? Wie können die Bedürfnisse der Beteiligten auf eine Weise gewürdigt werden, so dass es ihnen leichter fällt, zusammen zu arbeiten statt zu konkurrieren? Wie kann eine Lösung gefunden werden, die für alle besser ist, als getrennte Wege zu gehen?
Anhand der Praxis-Beispiele der Teilnehmenden und mit Hilfe der klaren Haltung und des sehr konkreten Handwerkszeugs der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg erforschen wir, wie empathische Kontaktaufnahme, die Anbahnung gegenseitigen Verstehens und die Entwicklung von Win-Win gelingen kann – sowohl in der Rolle der vermittelnden Partei als auch als selbst am Konflikt beteiligte Person.
Nutzen
• Konfliktverhalten einschätzen, neurobiologische Notfallprogramme erkennen
• Fakten, Fiktionen und unbefangenes Ansprechen „heißer Eisen“
• Empathischer Umgang mit starken Gefühlen und Verletzlichkeit
• Bedürfnisse als Schlüssel zu gegenseitigem Verstehen
• Win-Win-Lösungen: Vereinbarungen zum Wohl aller Beteiligten
• Mediation in Konflikten und Krisen: Auftrag und Leitfaden für die Gesprächsmoderation
• Reflexion der eigenen Haltung und Weiterentwicklung der eigenen Praxis
Zeitrahmen / Programm
Tag 1: 12:30 – 13:30 Uhr: Mittagessen (optional)
Tag 1: 13:30 – 18:00 Uhr
• Gefährliche Gelegenheiten: Krisen als Chance
• Konfliktverhalten einschätzen, neurobiologische Notfallprogramme erkennen
• Worum geht es (dir) eigentlich? Bedürfnisse als Schlüssel zu gegenseitigem Verstehen
Tag 2: 09:00 – 12:30 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
• Den Einstieg finden: Von der Fiktion zu belastbaren Fakten
• Tanz auf dem Vulkan: empathischer Umgang mit starker Emotionalität
• Einladen statt Erzwingen: Kooperationsgewinne vereinbaren
• Klärungsprozesse begleiten: Die Vier Schritte der Gewaltfreie Kommunikation im Zusammenhang
• Konstruktiv zuhören: Herausfordernde Botschaften als Kooperationsangebot verstehen
Tag 3: 09:00 - 12:30 Uhr
• Haltung bewahren: Auftrag und (Voll-)Macht in der Mediation
• Phasen von Klärungsgesprächen, Interventionen für Mediator:innen
• Konfliktparteien miteinander verständigen: die „Brücke der Verständigung“
• Anregungen für die Seminararbeit, Transfer und Abschluss
Tag 3: 12:30 – 13:00 Uhr: Mittagessen (optional)
Methoden
Knackige Inputs, anschauliche Live-Demos, aktivierende Übungen in Kleingruppen, vertiefende Reflexion im Plenum, kollegialer Austausch
Ergänzendes Angebot
Diese Fortbildung wird durch die Veranstaltung "Lösungen (er-)finden - in Freiwilligendiensten" ideal ergänzt.
Anbieter
LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho
Referentin / Referent
David Kremer
Dipl.-Pädagoge
Auskunft zu Anmeldung und Organisation