Inhalt
Immer mehr junge Menschen zeigen psychische Belastungen, die auch im Kontext von Streetwork/Mobiler Jugendarbeit sichtbar werden. Fachkräfte stehen dabei zunehmend vor der Herausforderung, diese Belastungen wahrzunehmen, anzusprechen und junge Menschen im Alltag professionell zu begleiten – ohne vorschnell zu diagnostizieren oder zu kategorisieren.
Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung beschäftigen wir uns mit psychischen Belastungen, traumasensiblen Handlungsansätzen sowie dem Zusammenhang von psychischer Gesundheit und Substanzkonsum in der Streetwork/Mobilen Jugendarbeit. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen praxisorientierter Methoden zum Erkennen und Ansprechen psychischer Auffälligkeiten sowie der Umgang im Beratungsgespräch mit potentiell belastenden Gesprächsinhalten.
Zu Beginn erhalten wir einen alltagsnahen Überblick über psychische Belastungen, deren Symptome und Bedeutung in der Praxis. Martina Heinke von den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein vermittelt hierzu grundlegendes, praxisbezogenes Wissen und beleuchtet auch Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungen, Drogenkonsum und selbstmedikativem Verhalten. Ergänzend werden konkrete Methoden der validierenden Gesprächsführung erprobt sowie Möglichkeiten der Weitervermittlung in geeignete Hilfesysteme thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der traumasensiblen Perspektive in der Arbeit mit jungen Menschen. Neben grundlegenden Einordnungen zu psychischer Traumatisierung und Hochstresssituationen steht insbesondere die Frage im Fokus, wie eine akzeptierende und professionelle Haltung im Arbeitsalltag gelingen kann. Dabei wird auch aufgegriffen, inwiefern „die Straße“ als sicherer Ort gestaltet werden kann.
Im Mittelpunkt der gesamten Tagung steht der Praxistransfer: Anhand konkreter Fallbeispiele und Gesprächssituationen werden alltagsnahe Methoden erarbeitet und erprobt. Wir entwickeln gemeinsam Sicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Jugendlichen, stärken unsere professionelle Haltung zwischen Nähe und Abgrenzung sowie reflektieren Risiken von Stigmatisierung und vorschnellem „Schubladendenken“. Gleichzeitig wird es Impulse und Materialien für die eigene Praxis sowie Raum für Austausch, Reflexion und offene Fragen geben. Ziel der Jahrestagung ist es, Fachkräfte in ihrer Handlungssicherheit zu stärken und eine ressourcenorientierte, akzeptierende und alltagstaugliche Haltung zu fördern.
Ein BarCamp bildet den Abschluss der Tagung. Dabei beraten wir uns kollegial in Kleingruppen zu unseren offenen Fragen oder aktuellen Spezialthemen.
Die Jahrestagung bietet damit wieder vielfältige Möglichkeiten für Begegnungen und Gespräche mit Kolleg:innen, für den Erfahrungsaustausch und die Entwicklung fachlicher Perspektiven.
Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen diese wertvollen Themen zu erarbeiten und unser Wissen und unsere Fähigkeiten zu erweitern.
Nutzen
Die Teilnehmenden…
• entwickeln Sicherheit im Umgang mit psychisch belasteten Jugendlichen im Alltag
• lernen konkrete, direkt anwendbare Methoden für Ansprache und Gesprächsführung
• stärken ihre professionelle Haltung zwischen Nähe, Akzeptanz und Abgrenzung
• erkennen Unterstützungsbedarfe, ohne diagnostisch zu arbeiten
• wissen, wann und wie Weitervermittlung sinnvoll ist
• reflektieren Risiken von Stigmatisierung und „Schubladendenken“
Zeitrahmen / Programm
09.09.2026 – ab 10.00 Uhr Anreise – Ankommen bei Kaffee und Tee
09.09.2026 – 10.30 Uhr Seminarbeginn – 18.00 Uhr
10.09.2026 – 9.00 Uhr – 18.00 Uhr
11.09.2026 – 9.00 Uhr – 13.00 Uhr
Methoden
Durch Vorträge, Workshops und interaktive Übungen werden praktische Methoden vermittelt, die in der täglichen Arbeit in der Streetwork/Mobilen Jugendarbeit anwendbar sind.
Anbieter
LWL-Landesjugendamt Westfalen
Referentin / Referent
Manuela Grötschel
Traumafachberaterin
Martina Heinke
LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein
Auskunft zu Anmeldung und Organisation